Bestimmte Konstellationen des Metabolischen Syndroms sind besonders gefährlich
Dass Menschen mit Metabolischem Syndrom ein erhöhtes Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankung haben, ist nicht neu. Dass diese Gefahr von der jeweiligen Konstellation des Syndroms abhängt dagegen schon, wie Wissenschaftler der britischen Universität Warwick in der Fachzeitschrift Circulation berichteten.
Laut üblicher Definition hat ein Mensch ein Metabolisches Syndrom, wenn drei der folgenden fünf Bedingungen erfüllt sind: erhöhter Bauchumfang, erhöhte Blutfettwerte (Triglyceride), niedriges HDL-Cholesterin, Bluthochdruck und gestörter Zuckerstoffwechsel. Doch nicht alle Kombinationen erhöhen das Risiko für Herz-Kreislauf-Erkrankungen sowie das Sterberisiko gleichermaßen, stellten die britischen Forscher fest. 20 Jahre lang hatten sie die Teilnehmer beobachtet – allesamt Nachkommen von Personen aus der Framingham-Studie, einer der wichtigsten systematischen Untersuchungen zu Herz-Kreislauf-Erkrankungen in den USA.
Unter den mehr als 3000 Teilnehmern stieg die Häufigkeit des Metabolischen Syndroms über die Jahre hin stark an. Zum Start der Studie stellten die Ärzte das Syndrom bei 23,5 Prozent der Teilnehmer fest. Elf Jahre später waren es bereits 34 Prozent und nach zwanzig Jahren sogar 40,6 Prozent. Dabei errechneten die Forscher ein deutlich erhöhtes Herz-Kreislauf- sowie Sterberisiko für jene Menschen, bei denen zwei bestimmte Konstellationen des Metabolischen Syndroms vorlagen: zum einen für die Kombination aus Bluthochdruck, niedrigen HDL-Blutspiegeln und erhöhten Blutfettwerten, zum anderen für die Kombination Bluthochdruck, einen gestörten Zuckerstoffwechsel sowie einen erhöhten Bauchumfang.
„Nach unserer Analyse scheint es in der Tat so zu sein, dass bestimmte Ausprägungen des Metabolischen Syndroms mit einem höheren Risiko verbunden sind“, erklärt Studienleiter Dr. Oscar Franco. Sollten weitere Studien diese Ergebnisse bestätigen, ließen sich Hochrisikopatienten womöglich frühzeitig ausfindig machen und vorbeugend behandeln, hofft der Forscher.
16.12.2009