Frauen, die stillen, entwickeln offenbar seltener ein Metabolisches Syndrom
Das Stillen eines Kindes scheint das Risiko für ein Metabolisches Syndrom zu mindern. Zu diesem Ergebnis kommt eine Gruppe von Wissenschaftlern der US-amerikanischen Krankenversicherung Kaiser Permanente. Die Studie, die vorab im Internet veröffentlicht wurde, erscheint in der Februar-Ausgabe der Fachzeitschrift Diabetes. Wie Studienleiterin Dr. Erica Gunderson berichtete, hatte das Stillen bei Frauen mit Schwangerschaftsdiabetes die größte Schutzwirkung.
Laut der Epidemiologin minderte das Stillen eines Kindes das Risiko für ein Metabolisches Syndrom um 39 bis 56 Prozent – je nachdem, wie lange die Stillzeit dauerte. Für Frauen mit Schwangerschaftsdiabetes ergab sich sogar ein um 44 bis 86 Prozent vermindertes Risiko. Gunderson lagen die Daten von mehr als 700 Frauen vor. Keine hatte zu Studienbeginn ein Kind zur Welt gebracht oder war an einem Metabolischen Syndrom erkrankt. 20 Jahre später jedoch lag bei 120 der Frauen, die alle Kinder auf die Welt gebracht hatten, ein Metabolisches Syndrom vor.
„Unsere Untersuchung legt nahe, dass Stillen tatsächlich das Risiko für ein Metabolisches Syndrom auf Dauer günstig beeinflusst“, erklärt Studienautorin Gunderson und fügt hinzu, dass sich diese Vorteile nicht auf Unterschiede in Gewichtszuwachs, körperlicher Aktivität oder anderen gesundsheitsbewussten Verhaltensweisen zurückführen lassen. Eine schlüssige Erklärung für den Schutz liefert die Forscherin allerdings nicht. Vielmehr sieht sie weiteren Forschungsbedarf, um die zugrunde liegenden Mechanismen zu klären.
16.12.2009